Online gut gesichert

Sicherheit | 18.02.2010 | marcus@softmixx | (0) Kommentare

Dass Festplatten mit den wichtigen Arbeitsdaten kaputt gehen, passiert täglich in den besten Betrieben. Schlimm wird es erst, wenn die

Bänder oder DVDs mit den Backups versagen, oder bei einem Brand mitsamt Computern zerstört werden. In solchen Fällen können Online-Backups mehr Sicherheit bieten. Das Verfahren ist simpel. Mittels Software werden die Daten über das Internet in ein sicheres Rechenzentrum gebracht, die von Profis gewartet werden. Dass die Daten auch dort angekommen sind, belegt das Übertragungsprotokoll, das nach jeder Sicherung per Mail verschickt wird. Es listet auf, welche Daten wie gesichert wurden. Damit die Leitungen durch den Datenverkehr nicht in die Knie gehen, findet nur am Anfang eine komplette Datensicherung statt (Initialsicherung). Danach werden nur noch die Veränderungen gesichert (inkrementelles Backup).

Und wenn der Notfall eintritt, können die Daten auf Knopfdruck jederzeit und an jeden Ort wieder zurückgespielt werden. Das ist vor allem für Außendienstler praktisch, die ein Problem mit ihrem Laptop haben.

Online-Backups haben also viele Vorteile, aber auch einen entscheidenden Nachteil, der hier nicht verschwiegen werden soll. Sie sind teurer ist als die reguläre Sicherung auf DVD, Band oder Festplatte. Mittlerweile existieren zwar jede Menge Gratis-Anbieter, und die müssen nicht unbedingt schlecht sein. Für Unternehmer sind diese Kostenlos-Angebote in der Regel aber weniger geeignet. Umsonst wird nämlich meist nur ein einzelner Rechner gesichert. Sobald ein kleines Netzwerk ins Spiel kommt, sei es durch eine externe Festplatte, einen Server oder NAS-Server, kostet es Geld, bzw. der Anbieter muss passen. Aber auch aus einem ganz anderen Grund ist es für Unternehmer ratsam, die Finger von Gratis-Angeboten zu lassen. Denn bei einem Datenverlust kann man den Anbieter wohl kaum in Haftung nehmen. Für den kleinen Überblick wurden deshalb nur kostenpflichtige Anbieter in Betracht gezogen, die sich mit einer Ausnahme an Geschäftskunden richten und auch Server und Co. sichern.

Bei der Dogado Internet GmbH kosten 5 GB ab 9,90 Euro monatlich. Eine Continuous Data Protection, d. h, eine Echtzeitsicherung der Dateien, sobald sie verändert wurden, ist möglich. Auf Wunsch findet ab einem Datenvolumen von 10 GB die Erstsicherung auf einer verschlüsselten Festplatte statt, die im Rechenzentrum eingespielt wird. Optional bietet Dogado eine Sicherung in einem zweiten Rechenzentrum und weitere Dienstleistung rund um das Backup an.

Bei der NTT-Tochter Verio kosten 1 GB 4,99 Euro pro Monat, und auch sie bietet Continuous Data Protection an. Besonderes Bonbon: Das Unternehmen verspricht, dass jeder Backup Anwender den Online Zugang zu seinen Daten auf bestimmte IP Adressen beschränken könne, z.B. die der Firma, womit kein Zugriff von fremden Systemen ermöglicht werden soll.

Bei der Sicherung von Einzelrechnern funktioniert laut Stiftung Warentest das Programm von Carbonite ohne Tadel, das 49,95 Euro pro Jahr kostet. Es ist zwar schon seit längerem im Gespräch, dass auch externe Festplatten gesichert werden können, aber ein Ergebnis ist noch nicht in Sicht. Auf Nachfragen wurde allerdings bestätigt, dass dank einer Kooperation mit LaCie einige externe Festplatten der Firma angesprochen würden. Welche das seien, erfahre man beim Festplattenhersteller.

Klar kommt bei großen Datenmengen einiges an Geld zusammen. Die Kosten können aber minimiert werden, wenn man das Volumen nicht unnötig aufbläht. Sprich, indem man nicht gerade jede PowerPoint-Präsentation und Musikdatei oder jedes Video doppelt und dreifach sichert. Daher gilt: Augen auf bei der Installation. Denn wer vorschnell alle Dateien sichert, speichert nicht nur doppelt, sondern womöglich auch Installationsprogramme.

Vorschnell sollte man auch nicht den Vertrag unterschreiben. Denn wie überall gibt es auch hier Qualitätsunterschiede und Firmen, die nicht immer ganz koscher sind.

Das wichtigste Kriterium ist die Verschlüsselung der Daten im Rechenzentrum und auf dem Weg dorthin. Unter einer 128-Bit-Verschlüsselung sollte nichts laufen. Als sichere Standards gelten AES, Twofish und DES. Da der Anbieter in der Regel das Passwort nicht kennt, kommt er nicht an die Daten heran.

Aber nicht nur die Daten müssen geschützt sein, sondern auch das Rechenzentrum. Ein gutes Zeichen sind immer Zertifikate, die die Sicherheit belegen. Daneben sollte ein Auge auf die Verfügbarkeit und Anbindung des Servers geworfen werden. Denn wenn der Server unerreichbar ist, sind es auch die Daten.

Das beste Zentrum bringt aber wenig, wenn ausgerechnet der Server oder die Formate in der Firma nicht gesichert werden können. Daher nachhaken, welche Programme und Server unterstützt werden.

Nachhaken sollte man auch in Sachen Service, Ansprechpartner und Notfallmanagement. Ebenso ist es ratsam zu checken, wie Pannen im Rechenzentrum abgesichert sind und ob eine Haftpflichtversicherung existiert. Mehr dazu lesen Sie in dem Artikel über Service Level Agreements.

Dass nach jeder Datensicherung ein Übertragungsprotokoll erstellt und an den Datensicherer per Mail verschickt wird, ist eigentlich überall Standard. Bei der Detailfreude kann es aber Unterschiede geben. Wichtig sind folgende Punkte: Welche Daten wurden übertragen, wie groß war die übermittelte Datenmenge, wie viel Datenspeicher ist auf dem Konto noch frei, welche Daten wurden nicht übertragen wurden und was war Grund dafür.

Damit die Backups nicht gerade dann gefahren werden, wenn das Netz in der Firma ohnehin stark belastet ist, sollte man die Bandbreite für das Backup flexibel bestimmen können. Besonders wenn mehrere Tagesbestände gesichert werden müssen. Auch wenn in den meisten Fällen die Sicherung nachts geschieht. Dann sind die firmeninterne Datenleitung in der Regel frei und es finden keine Änderungen mehr statt.

Da alle Theorie grau ist, ist es sinnvoll, den Anbieter vorher zu testen. Während dieser Testphase ist es ratsam, die eine oder andere Datei zu löschen und sie wieder zurückzuspielen. Dann wird ersichtlich, ob es auch funktioniert.

von Sabine Philipp

Tags: online backup , saas , cloud computing

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