Peter Dibbern: "Deutscher SaaS-Markt erwacht gerade aus seinem Dornröschenschlaf"

Interview | 05.03.2010 | Michael Friedrichs | (0) Kommentare

Reporta-Vorstand Peter Dibbern
Reporta-Vorstand Peter Dibbern
Die Reporta AG ist ein Cloud-Unternehmen, nicht nur, was ihre Controlling-Software betrifft, sondern auch in Hinsicht auf die firmeneigene IT, denn Reporta betreibt keinen einzigen Server. Vorstand Peter Dibbern erläutert im Interview, wie das Unternehmen funktioniert und wie Reporta eine komplette Enterprise-Lösung für das Controlling als Software-as-a-Service vermarktet.

Die Reporta AG ist jetzt seit einem Jahr auf dem Markt. Wie laufen die Geschäfte?

Das muss ich gleich einmal richtig stellen. Die Reporta AG gibt es zwar schon ein gutes Jahr, aber wir haben erst im Oktober 2009 mit Vertrieb und Marketing begonnen. Die Geschäfte laufen gut - weit über unseren Erwartungen. Es gibt großartige Vertriebseffekte über den iTunes-AppStore, über Ihre CeBIT-Kampagnen-Seite. Der deutsche Markt wacht gerade aus seinem Dornröschenschlaf auf, was SaaS-Lösungen betrifft. Das Interesse an Unternehmenssoftware aus der Cloud wächst enorm und das bekommen wir mit den vielen Anfragen zu spüren. Wir sind also nicht nur mit unserem Auftritt, sondern auch mit der Wahrnehmung unseres Unternehmens im Markt sehr zufrieden.

Wie haben Sie Ihren denn Auftritt gestaltet?

 Zunächst haben wir unser Unternehmen ins Netz gestellt. Wir nutzen keine eigene IT-Infrastruktur. Die Reporta AG selbst findet komplett in der Cloud statt: mit Google Apps, mit salesforce.com für das CRM, mit basecamp für das Projektmanagement oder mit dropbox als Dateisystem. Wir sind also fast schon selbst in der Cloud virtualisiert. Als SaaS-Anbieter müssen wir das Virtuelle auch leben. Ich sag's mal mit Heine: "Wasser predigen und heimlich Wein trinken", das gibt es bei uns nicht.

Wie funktioniert der Vertriebsprozess?

Ja. Die Light-Version der Reporta-APP, die erst kurz vor Jahresende online war, bringt eine große Anzahl von Interessenten zu uns. Das sind gegenwärtig 80 bis 120 Downloads pro Tag. Mit dem Download beginnt bei den Anwendern eine Lernkurve. Sie können sich bei uns einen kostenlosen Muster-Account anlegen und 14 Tage lang mit den Zahlen aus ihrer App spielen. Stellen die Anwender fest, dass sie mit dieser Umgebung ihre Unternehmenszahlen besser im Blick haben, können sie 30 Tage lang einen Test-Account mit der Cloud-Lösung für das Controlling arbeiten. Dann entsteht für den Kunden schon ein echter Mehrwert. Die Kunden erkennen das.

Was war Ihr bislang größter Erfolg?

 Der Start unseres Marktauftritts - und die Überraschung: Wir haben direkt über die Kampagne der CeBIT zwei neue Kunden gewonnen. Das war zwei Monate vor der Messe. Die Interessenten haben das Kurzportrait eines Start-up-Unternehmens gelesen und kamen so zu uns. Das wurde uns bestätigt.

Welche Ziele haben Sie? Was unternehmen Sie, um diese zu erreichen?

Unser großes Ziel ist es, die Realität im Produkt mit der Realität in den Unternehmen in Übereinstimmung zu bringen. Das können wir nicht allein. Dazu benötigen wir den Kunden. So finden wir durch die Vernetzung mit dem Anwender die Funktionsbausteine, die in der nächsten Version einen Mehrwert bringen. Entwickler und Anwender führen einen Dialog. Der Kunde wird für seine Bereitschaft zur Interaktion damit belohnt, dass er - im Gegensatz zum Lizenzgeschäft - ohne Updates immer die aktuellste Version nutzt. Alle Kunden haben das gleiche Software-Release. Das ist ja das Revolutionäre.

... und innerhalb von Reporta?

 Wir suchen Vertriebsmitarbeiter, denn auch SaaS benötigt Vertriebsunterstützung. Jeder Kunde hat andere Voraussetzungen und Anforderungen, Support ist dort vor allem in der ersten Phase gefragt. Die Kunden müssen an die Lösung herangeführt werden, so dass sie für sich das maximale Potenzial herausziehen können. Außerdem wollen wir einen Investor gewinnen, denn der jetzige Erfolg beflügelt uns zu einem noch viel breiteren Roll-out unserer Controlling-Lösung in der Cloud. Mit T-Mobile ist eine IT-Partnerschaft geplant, um so die Verbreitung unserer Lösung auf mobilen Endgeräten voranzutreiben. Denn gerade der Aspekt der Business-Applikation spielt hier eine immer größere Rolle. Eines haben wir erkannt: Der Bedarf im Markt ist vorhanden.

Vielen Dank für das Interview.

Tags: reporta , interview , dibbern , cloud , controlling

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